Das Phänomen Muskelkater gibt es bereits so lange, wie das Training selbst.

Ein Mythos, der lange Zeit in der Welt des Trainings verbreitet wurde, ist die Aussage, dass das Laktat, welches bei sportlicher Belastung gebildet wird, für den Muskelkater verantwortlich sei. Diese These wurde mittlerweile verworfen. Durch ein übermäßiges Muskeltraining werden kleinste Teile unserer Muskelfasern, die sogenannten Myofibrillen verletzt. Je größer und länger die Belastung, desto größer die Verletzung an diesen Myofibrillen. Weiter ist man heute zu der Erkenntnis gelangt, dass auch unsere Muskelfaszien, welche die Muskulatur wie eine Bindegewebshülle umschließen, ebenfalls Schmerzsignale an unser Gehirn aussenden. Die Entstehung dieser Schmerzsignale ist aktueller Gegenstand der Forschung.

Doch was tun wir nun gegen den lästigen Muskelkater? Der entscheidende Faktor heißt Zeit! Gönnen Sie Ihrer Muskulatur nach einem harten Training auch die Pause, die sie benötigt. Wärme ist ebenfalls ein bewährtes Heilmittel. Sollten Sie die Möglichkeit haben, nach Ihrem Training eine Sauna oder Infrarotkabine nutzen zu können, dann tun Sie sich damit in jedem Fall etwas Gutes. Eine weitere Möglichkeit die Regeneration des Körpers zu unterstützen, bieten Enzympräparate. Ist eine ausreichende Menge von Enzymen im Körper vorhanden, unterstützen diese sofort nach der Belastung die Heilung der kleinen Risse im Muskelgewebe und tragen zur Regeneration entscheidend bei. „Muskelkater entsteht entweder erst gar nicht oder ist weniger ausgeprägt“, sagt etwa Ulrich Nieper, Sportorthopäde und mehrfacher erfolgreicher Teilnehmer beim Ironman auf Hawaii. Auf keinen Fall sollten Sie die Warnsignale Ihres Körpers ignorieren. Weiteres Training „in den Muskelkater hinein“ schadet ihm nur und wird sich über kurz oder lang in einer Verletzung und damit dem Trainingsausfall äußern. Auch Dehnen sollte bei Muskelkater vermieden werden. Der Dehnreflex, der durch die Streckung unserer Muskulatur hervorgerufen wird, führt zu einer unwillkürlichen und in diesem Fall völlig unnötigen Muskelkontraktion und kann damit den Muskelkater sogar verschlimmern. Denselben Effekt verursacht übrigens auch eine Massage. Auch hier werden die verletzten Muskelfasern erneut strapaziert, was die Heilung ebenfalls nur verzögert. Das beste Mittel um Muskelkater zu bekämpfen ist also die Vorbeugung durch die Wahl der richtigen Trainingsintensität.

Autor: Marc Schubert

  • Fitnessökonom B.A.
  • Ernährungsberater
  • Figurcoach
  • Cardio-, Reha- und Präventionstrainer