Darum macht die Nudel dumm

pasta-auf-dem-tischErst macht die grazile, schlanke Pasta dick und nun soll sie auch noch dumm machen? Hierbei geht es nicht um die Nudel schlechthin, sondern um alle Teigwaren aus Weißmehl, insbesondere aus Weizenmehl. Bei der Herstellung von Weißmehl bleibt nur noch die Stärke des Mehlkörpers übrig, die Teile des Getreidekorns mit Ballast- und Nährstoffen fallen raus.
Teigwaren aus Weißmehl werden vom Körper schnell zu Zuckerbausteinen umgewandelt. So kann sich jemand diszipliniert durch ein selbstauferlegtes Süßigkeitenverbot gequält haben und Milchbrötchen, heller Toast, Baguette und Pizzateig machen unauffällig all die Mühe zunichte.

Zucker – Nahrung für das Gehirn oder Förderer der Vergesslichkeit?

„Zucker geht direkt ins Blut und ist Nahrung für das Gehirn“, so hören wir das oft, gerne auch in Werbespots. Es erscheint logisch, das Gehirn braucht schließlich jede Menge Energie und ein Zuckerschub liefert ja auch kurzfristig diese Energie. Weswegen viele ein Milchbrötchen oder Toast mit Nussnugatcreme für ein energiereiches Frühstück halten.
fruehstueck_istock_000014085964mediumDoch die Betonung des Energieschubs liegt auf kurzfristig. Denn tatsächlich lassen diese kurzkettigen Kohlenhydrate, auch „leere Kalorien genannt“ (= viele Kalorien, kein Wert), den Blutzuckerspiegel schnell ansteigen, geben kurz Energie, lassen ihn jedoch auch wieder rasant abfallen. Nun ist man noch müder als zuvor, dazu auch noch nervös, vielleicht stellen sich auch Kopfschmerzen ein und der Körper verlangt erneut nach Zucker.
Als weitere Folge wird einer Ernährung mit einer konstant hohen Dosis Zucker nachgesagt, die Gehirntätigkeit zu verlangsamen und das Erinnerungsvermögen zu schwächen. Forscher der Berliner Charité baten beispielsweise gesunde Senioren zu einem Test, bei dem sie eine halbe Stunde lang 15 Wörter im Gedächtnis behalten sollten. Teilnehmer mit viel Zucker im Blut erinnerten sich an durchschnittlich zwei Wörter weniger.

Eine stetige Überdosis lässt die Gehirnmasse schrumpfen

Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt zum Beispiel nicht mehr als 25 – 50 Gramm Zucker am Tag. Forschungen der University of California ergaben, dass bei hohem Zuckerkonsum, weniger Proteine für die Neubildung von Nervenzellen und Synapsen aktiviert werden und der Hippocampus schlechter auf das Hormon Insulin reagiert, um eine Überdosis für die aktive Hirnmasse zu verhindern. Dadurch wird die Zuckerzufuhr so entschieden gedrosselt, dass am Ende die aktive Hirnmasse, vor allem im Lernzentrum, zu wenig Zucker bekommt und deutlich schrumpft. Das könnte auch erklären, warum man unter Demenzpatienten viele Menschen findet, die große Zuckeranhänger sind.
Wer also einer stetigen Überdosis entgegenwirkt, dürfte seiner Gedächtnisleistung einen großen Dienst erweisen.
Übrigens 1 Liter Cola enthält bereits über 100 Gramm Zucker!

vollkorn-fotolia_106600402_s

Statt leerer Kalorien – volles Korn

Auch hier geht es nicht um das Entsagen jedweder Weißmehlprodukte. Wer sich hier und da mit einem Vollkornprodukt anfreundet, schenkt seinem Körper Ballaststoffe, die die Blutfettwerte senken, länger satt und energiegeladen machen und das Verlangen nach noch mehr Weißmehl senken. So kann nach und nach mehr auf Weißmehl verzichtet werden.

Vollkorn darf sich nennen, was zu mindestens 90 Prozent aus Vollkornmehl oder Vollkornschrot hergestellt wurde. Probieren Sie es anstelle von Weizen einfach mal mit Dinkel, Roggen, Nuss, Mandel oder Kastanienmehl. Auch Gerste, Hirse, Hafer, Buchweizen, Amarant, Quinoa und Chia(-Samen) sind prima und reich an Eiweiß und Mineralstoffen.