Sportmedizinische Studien haben es eindeutig belegt: Körperliche Betätigung und Sport sind die wichtigsten Faktoren, um gesünder zu altern.

Prof. Herbert Löllgen, ehemaliger Präsident der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention, formulierte es folgendermaßen: „Nachweislich vermag nur regelmäßige körperliche Aktivität den biologischen Alterungsprozess aufzuhalten.“

Wie eine hoch dosierte Pille setzt jede körperliche Anstrengung Unmengen physiologischer Vorgänge in Gang. Das Herz pumpt schneller, die Körpertemperatur steigt, Botenstoffe strömen in Kopf und Glieder. Im Gehirn entstehen neue Nervenbahnen, krankes Gewebe heilt, neue Zellen wachsen heran, Erbsubstanz wird repariert.

Bedeutet älter werden zwangsläufig dicker zu werden?

Spätestens ab Erreichen des 40. Lebensjahres wandert bei vielen Menschen der Zeiger der Waage langsam, aber stetig nach oben. Ein, zwei Kilo mehr pro Jahr sind nicht ungewöhnlich. Das summiert sich bis zum Rentenalter mitunter auf 20 bis 30 zusätzliche Kilos. Und selbst wenn das Gewicht auf der Waage noch die Zahl aus den Zwanzigern anzeigt, so kann sich die Körperform deutlich verändert haben. Aus der schwerer wiegenden Muskelmasse wurde Fettgewebe und trotz gleichem Gewicht ist der Körperumfang um einiges mehr. Durch die reduzierte Muskelmenge sinkt der Energieverbrauch und der Fettanteil steigt weiter.

Ab dem circa 30. Lebensjahr verliert ein untrainierter Erwachsener im Schnitt alle 10 Jahre 3 Kilogramm Muskelmasse. Die Betonung liegt hier bei „untrainiert“, denn anders als vielfach vermutet, hängt der Abbau der Muskulatur nicht ausschließlich mit dem Lebensalter zusammen, sondern mit dem Mangel, die Muskulatur einzusetzen.

Die gute Nachricht: Es ist nie zu spät, Muskulatur aufzubauen! Mit Training zu beginnen, lohnt sich in jedem Alter. Auch ein 70-jähriger erzielt Muskelzuwachs, selbst wenn er zeitlebens kaum Sport gemacht hat.

Warum Fitnesssportler viel jünger aussehen

Ein Mangel an Muskulatur mindert nicht nur die Stabilität für die Gelenke, er lässt auch die Produktion eines wichtigen Hormons vermissen; dem Somatropin. Dieses reguliert den Fettstoffwechsel und sorgt für Stabilität in den Knochen und Spannkraft in der Haut. Durch regelmäßiges Krafttraining wird die Produktion dieses Hormons aufrechterhalten. So können Fitnesssportler im gereiften Alter wesentlich gesünder und frischer aussehen als 20 Jahre jüngere Sportmuffel.

Tim Huppert

Autor: Tim Huppert

  • Fitnessökonom B.A.
  • Ernährungsberater
  • Figurcoach
  • Cardio-, Reha- und Präventionstrainer