Faszien – Das Bindegewebe

Von Kopf bis Fuß ein perfektes Zusammenspiel

Sie sind ein Netzwerk aus Bindegewebe, das unseren Körper bis in die Fingerspitzen durchzieht. Lange Zeit wurde die Bedeutung der Faszien unterschätzt. Im Laufe der Jahre wurden immer mehr Aufgaben entdeckt, die sie erfüllen und dass sie von der Immunabwehr bis hin zur Orientierung und dem Gleichgewicht eine wichtige Rolle spielen.

Aufbau & Struktur von Faszien

Für alle Bewegungen, die wir ausführen, sind Faszien immens wichtig. Sie sind helle Gewebsschichten, die hauchdünn oder dick sein können und liegen kreuz und quer übereinander. Die wesentlichen Bestandteile sind Kollagen und Elastin sowie verschiedenen Körperzellen und viel Wasser. Dieses Wasser ist für die Schmierung zuständig. Jede einzelne Muskelfaser ist von diesem, mit Wasser durchsetzten, Bindegewebe umgeben, wodurch die Muskelfasern problemlos aneinander reiben können. 

Einseitige Belastung hat immer Folgen

Rückenschmerzen können durch verklebte Faszien entstehen.

Rückenschmerzen können durch verklebte Faszien entstehen.

Durch zu große oder einseitige Belastung können sich die Faszien verhärten und verkleben. Dann entfällt die Schmierwirkung und es kommt zu schmerzhaften Blockaden. Forscher gehen sogar heute davon aus, dass viele Rückenschmerzen durch Verklebungen der Faszien entstehen. Bedingt durch das immer größer werdende Wissen auf diesem Gebiet, wird auch dem Thema des Faszien-Trainings, insbesondere in Kombination mit Massagerollen, deutlich mehr an Wichtigkeit zugesprochen. 

Funktionen der Faszien

Im Zuge dieser Forschungen konnte ebenfalls festgestellt werden, dass Nervenenden im Bindegewebe zu finden sind und diese auf Spannung und Entspannung reagieren. Durch diese Funktion ist unser Körper in der Lage sich im Raum zu orientieren. 

Desweiteren konnten sogar Abwehrzellen in dem Bindegewebe gefunden werden. Diese helfen Viren und Bakterien zu bekämpfen. Um daraus entstandene Abfallstoffe zu entsorgen, werden dann die Lymphbahnen aktiv.

Auch beim Energie-Management spielen Faszien eine wichtige Rolle. Sehnen und Bänder bestehen ebenfalls aus Bindegewebe. Der Unterschied ist hier die Verlaufsform der Fasern, die bei Sehnen und Bändern alle in eine Richtung wirken. Hier wird Energie gespeichert und kann bei Bedarf schnell wieder abgegeben werden. Die Achillessehne hilft beispielsweise beim Laufen die Aufprallenergie zu speichern und wieder freizugeben, um den Lauf energiesparend zu gestalten. 

Das Bindegewebe, das unsere äußere Körperhülle bildet ist ebenfalls ein spannendes Gebiet. Die Struktur des Bindegewebes wird genetisch vererbt und Männer haben eine andere Gewebestruktur als Frauen. Aber das ist ein großes Thema für sich.

Faszien Struktur und Aufbau Grafik

Was sind Faszien?

Als Faszien wird das Bindegewebe bezeichnet, welches jede einzelne Muskelfaser, und auch jedes, sich daraus bildende, Muskelbündel umschließt. Auch werden alle Organe von Faszien umschlossen. Dieses Bindegewebe ist eine elastische Hülle, welche unserem Körper seine anatomische Form gibt – ohne Faszien wäre nichts von unserem Körper an seinem Platz.

Leiden Sie unter Rückenschmerzen?

Faszientraining für den Rücken

Das Ergebnis einer Massage mit einer Faszienrolle kann eine wahre Wohltat sein. Regelmäßige Übungen können Wunder wirken und beträchtliche Verbesserungen bei Schmerzen bringen. Wenn Sie unter Rückenschmerzen leiden, versuchen Sie doch einmal folgende Übung:

Massage und Trainingsübung mit der Massagerolle für den unteren Rücken - Trainieren Sie Ihre Faszien

Lehnen Sie sich mit Ihrem unteren Rücken an die Faszienrolle und heben Sie das Gesäß. Rollen Sie nun langsam über den Bereich der Lendenwirbelsäule in Richtung der Brustwirbelsäule und Schulter. Diese Bereiche werden bei dieser Übung massiert. Bewegen Sie sich beim rollen leicht von links rechts und verlagern Sie so die Massagebereiche.

Massage und Trainingsübung mit der Massagerolle für den oberen Rücken - Trainieren Sie Ihre Faszien

Es kann durchaus eine gewisse Empfindlichkeit während der Massage auftreten. Zu stark sollte der Schmerz jedoch nicht werden. Zur Entlastung können Sie die Hände unter dem Kopf zusammenlegen und den Nacken leicht stützen. Achten Sie auf eine ruhige Atmung.

Tim Huppert

Autor: Tim Huppert

  • Fitnessökonom B.A.
  • Ernährungsberater
  • Figurcoach
  • Cardio-, Reha- und Präventionstrainer