Wie Sport den Blutdruck beeinflusst

Sportmuffel, die das geflügelte „Sport ist Mord“ zu ihrem Motto gemacht haben, sind schwer zu motivieren ihr „Couchpotatoe-Dasein“ aufzugeben. Dabei versteht man unter gesunder Bewegung weder Leistungssport, noch quälendes Boot-Camp Training oder Höchstleistung bis zum Umfallen. Ganz im Gegenteil. Moderates Fitnesstraining kann sehr vergnüglich sein und macht uns gesünder, schlanker, leistungsfähiger und ausgeglichener. Unser Bewegungsapparat heißt nicht nur so, er wurde dafür gemacht! Wer sich nicht regelmäßig bewegt und fit hält muss mit unangenehmen Folgen leben. Eine davon kann der Bluthochdruck sein, die Volkskrankheit Nummer eins, zu deren Folgeerscheinungen der der Herzinfarkt und Schlaganfall gehört.

Was passiert wenn der Blutdruck steigt

Die etwas Älteren unter uns erinnern sich allzu gut an das HB-Männchen, welches gerne mit hochrotem Kopf in die Luft ging. Anders als damals in der Werbung suggeriert, sollte dem natürlich nicht mit einer Zigarette entgegengewirkt werden! Doch Menschen mit Bluthochdruck spüren, dass mit dem Blutdruck auch der Wutpegel zu steigen scheint und sich die Gelassenheit immer seltener blicken lässt. Bluthochdruck verursacht meist über lange Zeit kaum Symptome, wird deshalb oft erst spät bemerkt und gilt somit als „stille Gefahr“. Erste Anzeichen können Schwindelgefühle, Kopfschmerz, Ohrensausen, Müdigkeit, Nasenbluten, eine rote Gesichtsfarbe, Sehstörungen und Übelkeit sein. Eine frühzeitige Therapie ist wichtig, um Folgeschäden zu vermeiden.

Was passiert mit dem Blutdruck beim Training?

Blutdruck und Puls steigen bei sportlicher Betätigung zunächst an – allerdings nur während des Trainings. Langfristig senkt regelmäßiger Ausdauersport den Blutdruck und die Herzfrequenz. Das gilt sowohl für die Phasen der Belastung als auch im Ruhezustand. Dieser Effekt stellt sich natürlich nicht sofort nach der ersten Trainingseinheit ein, aber nach sechs bis acht Wochen könnte die Blutdruckmessung für eine freudige Überraschung sorgen.

Bewegung kurbelt außerdem den Stoffwechsel an und der Kalorienverbraucht steigt. Das lässt Übergewicht schmelzen, welches ein maßgeblicher Grund für den hohen Blutdruck ist.

Darf man bei jedem Blutdruck mit dem Training beginnen?

Die Hochdruckliga empfiehlt Patienten, deren systolischer (oberer) Wert zwischen 140 und 180 mmHg liegt und deren diastolischer (unterer) Wert niedriger als 105 mmHg ist, sportlich aktiv zu sein. Sind die Blutdruckwerte höher, darf zuerst noch nicht mit dem Training begonnen werden. Nach Rücksprache mit dem Arzt muss der Blutdruck evt. zuerst medikamentös und mit einem Entspannungsprogramm gesenkt werden.

Welcher Pulsbereich ist beim Training ideal?

Den Puls  bis zum Umfallen in die Höhe zu treiben, macht erstens keinen Spaß und ist zweitens kontraproduktiv. Deshalb spielt das Training im aeroben Bereich die Hauptrolle im gesundheitsorientierten Ausdauersport. Die beste Bewegungstherapie für Menschen mit Bluthochdruck ist leichte, gleichmäßige Anstrengung, die viele Muskelgruppen trainiert. Ein solches Ausdauertraining dauert mindestens 20 bis 30 Minuten und wird im niedrigen bis mittleren Pulsbereich durchgeführt. Der Pulsbereich liegt etwa bei 180 Herzschlägen/Minute minus Lebensalter. Ihr Zott- Gesundheitscoach hilft Ihnen dabei Ihr Training im richtigen Pulsbereich zu absolvieren.

Welches Sportprogramm ist das Richtige?

Sportbegeisterte mit Bluthochdruck sollten auf ein ausgewogenes Sportprogramm achten und Ausdauertraining mit Kraftübungen abwechseln. So belegte eine Studie der Sporthochschule Köln, dass bei Patienten, die Hantelübungen absolvierten und sich auf dem Fahrradergometer bewegten, der Blutdruck deutlich sank. Bei Patienten, die nur Ausdauertraining betrieben, war das Ergebnis nicht ganz so stark. Am Ungünstigsten waren die Blutdruckwerte bei jenen, die gar keinen Sport trieben.

Gibt es Sportarten die tabu sind?

Sportarten mit abrupter Belastung sind ungeeignet für Menschen mit Bluthochdruck. Dazu gehören zum Beispiel Tennis, Rudern oder intensiver Kraft- und Ballsport. Bei Zeitdruck und Wettkampfbedingungen kann es zur gefährlichen Überanstrengung kommen. Darauf sollte unbedingt verzichtet werden. Auch auf dem Trimm-Dich-Pfad gibt es Übungen, die kurze, aber intensive Kraftanstrengung erfordern und deshalb vermieden werden sollten.

Und glücklich macht es auch noch!

Ausdauersport ist nicht nur gut für Herz und Kreislauf, kurbelt Stoffwechsel und Fettverbrennung an. Regelmäßige Bewegung stärkt außerdem die Knochen und das Immunsystem. Schlussendlich hat moderates Fitnesstraining noch einen ganz allgemeinen positiven Effekt: Es macht glücklich! Bei regelmäßigen und intensiven Trainingseinheiten schüttet der Körper Endorphine aus. Das steigert das Wohlbefinden, hilft beim Stressabbau und führt zu mehr Ausgeglichenheit, was wiederum ebenfalls der Blutdrucksenkung hilft!

Erst zum Arzt, dann in den Fitnessclub

Wer bislang kaum oder schon lange keinen Sport getrieben hat, sollte den Einstieg ins Fitnessprogramm vorher mit dem Arzt besprechen. Dieser kann mit dem Fahrrad-Ergometer die Belastbarkeit des Patienten prüfen und die richtige Dosierung des Trainings empfehlen. Dabei kommt es auch darauf an, ob durch den Bluthochdruck bereits Folgeschäden wie Herzprobleme entstanden sind. Falls man Medikamente gegen Bluthochdruck einnehmen muss, sollte man sie auf keinen Fall eigenmächtig reduzieren oder absetzen.