Wenn Essen krank macht – Unverträglichkeit, Intoleranz und Allergie

Wenn Essen krank macht – Unverträglichkeit, Intoleranz und Allergie

Bauchgrummeln nach dem Essen – Lebensmittelallergie oder Unverträglichkeit?

Umgangssprachlich werden Lebensmittelallergien und -intoleranzen oft in einen Topf geworfen. Dabei handelt es sich um zwei grundverschiedene Probleme. Wir klären auf, worin sie sich unterscheiden, was die Auslöser sind und welche Beschwerden auftreten. Zudem verraten wir ein paar Tipps, wie Sie Ihr Risiko für eine Allergie oder Intoleranz mindern können.

 

Allergie oder Intoleranz – was ist der Unterschied?

Eine Lebensmittelallergie ist eine Immunreaktion des Körpers. Das Immunsystem ist bestimmten Bestandteilen von Nahrungsmitteln feindlich gegenüber eingestellt. Wenn diese Bestandteile aufgenommen werden, reagiert das Abwehrsystem überempfindlich darauf.

Deshalb müssen folgende Inhaltsstoffe von verpackten Lebensmitteln gekennzeichnet sein:

  • Eier
  • Erdnüsse
  • Fisch
  • Gluten
  • Krebstiere
  • Lupinen
  • Milch (insbesondere Laktose)
  • Schalenfrüchte, z. B. Haselnüsse
  • Schwefeldioxid und Sulfit (Konzentration über 10 mg/kg oder 10 mg/l)
  • Sellerie
  • Senf
  • Sesamsamen
  • Sojabohnen
  • Weichtiere, z. B. Muscheln

Bei einer Lebensmittelunverträglichkeit, medizinisch Lebensmittelintoleranz genannt, ist die Fähigkeit des Darms, bestimmte Bestandteile von Lebensmitteln richtig zu verdauen oder zu verarbeiten, eingeschränkt. Folgende Intoleranzen sind typisch:

 

Fruktoseintoleranz

Fructose ist der natürliche Süßstoff im Obst. Zwischen 35 und 50 Gramm können auf einmal vom Körper abgebaut werden, bei Personen mit einer Fruktoseintoleranz liegt die Zahl jedoch bei unter 25 Gramm. Ihnen fehlt ein bestimmtes Eiweiß, das für den Zuckertransport verantwortlich ist: Die Fructose wird unverdaut in den Darm transportiert und von den dortigen Bakterien abgebaut.

Trotzdem muss Fructose meist nicht komplett vom Speiseplan gestrichen werden. Es müssen nur die Lebensmittel gemieden oder selten verzehrt werden, die einen hohen Fruchtzuckeranteil haben:

  • Trockenfrüchte
  • Obstsäfte
  • Honig
  • Beeren
  • Sekt und süßer Wein
  • Fertigprodukte, die mit Fruchtzucker gesüßt sind.

Glutenunverträglichkeit

Glutenunverträglichkeit, auch als Zöliakie bekannt, ist vielmehr eine Immunreaktion als eine Intoleranz. Das körpereigene Immunsystem behandelt das Klebereiweiß Gluten wie einen Feind und reagiert mit einer Immunreaktion. Eine Entzündung der Darmschleimhaut ist die Folge.

Bei einer Glutenunverträglichkeit ist ein konsequenter Verzicht auf Gluten nötig. Gluten befindet sich vor allem in Getreide wie Dinkel, Roggen, Gerste, Hafer und Weizen sowie in sehr vielen verarbeiteten Lebensmitteln. Selbst in Eiswaffeln und Kuchen kommt das Klebereiweiß vor.

 

Histaminintoleranz

Eine Histaminintoleranz hindert den Körper am Abbau von Histamin. Es ist für einige wichtige Körperfunktionen verantwortlich, wie etwa der Abwehr körperfremder Stoffe. Darüber hinaus reguliert es die Darmbewegung und Magensäureproduktion.

Histamin ist ein körpereigener Botenstoff, der auch in Lebensmitteln vorkommt. Dazu gehören vor allem gelagerte, gereifte, gegärte oder fermentierte Lebensmittel. Grundsätzlich gilt dabei: Je länger die Lagerung, Reifung, Gärung oder Fermentierung dauert, desto höher ist der Histamingehalt. Folgende Lebensmittel sollten daher gemieden werden:

  • Bier
  • Essig
  • Meeresfrüchte
  • Rotwein
  • Sauerkraut
  • Käsesorten, die besonders lang gereift sind
  • Verschiedene Fischprodukte (vor allem Konserven)
  • Salami
  • Schinken
  • Geräuchertes Fleisch

 

 

Laktoseintoleranz

Laktoseintoleranz (Milchzuckerunverträglichkeit) gilt als die häufigste Nahrungsmittelunverträglichkeit: Weltweit sind etwa 75 % der Erwachsenen betroffen, in Deutschland sind es ungefähr 15 %. Der Grund ist ein Laktasemangel. Denn damit Milchzucker vom Körper verwertet werden kann, muss er gespalten werden. Dafür ist das Enzym verantwortlich.

Laktoseintoleranten Menschen fehlt dem Körper die dafür benötigte Menge Laktase. Laktosehaltige Produkte lösen meist kurz nach dem Verzehr Beschwerden hervor. Zu den Produkten zählen:

  • Milch
  • Quark
  • Sahne
  • Frischkäse
  • Schokolade (teilweise)

 

Laktoseintolerant sein bedeutet nicht, komplett auf Milchprodukte verzichten zu müssen – die Toleranz der Verträglichkeit ist bei jedem unterschiedlich. Außerdem gibt es inzwischen viele laktosefreie Milchprodukte im Supermarkt zu kaufen, und viele Hartkäsesorten sind praktisch laktosefrei. Wer dennoch nicht auf Milchprodukte verzichten möchte, kann Laktase zum Essen einnehmen.

 

Was sind Auslöser?

Der Auslöser für Intoleranzen sind oft bestimmte fehlende Enzyme im Körper. Dadurch kann er gewisse Bestandteile der Nahrung nicht verwerten. Auch eine geschädigte Haut des Dünndarms kann zu einer Lebensmittelunverträglichkeit führen. Die Dünndarmwände lassen in diesem Fall zu viele Schadstoffe in den Blutkreislauf. Stark verarbeitete Lebensmittel, schädliche Umwelteinflüsse sowie Stress gelten als Ursache dafür.

Bei einer Allergie ist es das Immunsystem: Es ist dafür verantwortlich, unseren Körper gesund zu halten. Es fungiert wie eine Art Gesundheitspolizei: Es unterscheidet zwischen „körpereigen“, „körperfremd“, „ungefährlich“ und „gefährlich“ und entfernt anhand dessen fremde, schädliche Substanzen aus dem Körper. Bei einer Nahrungsmittelallergie erkennt es gewisse Bestandteile aus der Nahrung, nämlich Eiweiße, als körperfremd und gefährlich. Denn die Antikörper des Immunsystems sind auf körperfremde Eiweiße spezialisiert und reagieren darauf mit einer Abwehrreaktion.

Lebensmittelallergien können außerdem vererbt werden – wenn beide Elternteile eine Allergie haben, ist das eigene Risiko dementsprechend hoch. Doch es gibt auch weitere Faktoren, die einen Einfluss auf die Entstehung einer Lebensmittelallergie haben. Dazu gehört ein erhöhter Kontakt mit den allergieauslösenden Substanzen. Auch eine übertriebene Hygiene, vor allem in der Kindheit, kann zu einer erhöhten Anfälligkeit führen.

Denn dem Abwehrsystem fehlten genügend Infekte, um zwischen guten und schlechten Substanzen unterscheiden zu können und kann sich dadurch nicht optimal entwickeln.

Übrigens: Oftmals leiden Menschen mit einer Lebensmittelallergie an weiteren allergischen Reaktionen, wie etwa Heuschnupfen oder allergischem Asthma oder Neurodermitis. Verschlimmern sich die Hautsymptome bei einer Neurodermitis, kann daher auch eine Lebensmittelallergie dahinterstecken.

Welche Beschwerden treten bei einer Lebensmittelallergie oder -unverträglichkeit auf?

Personen mit einer Lebensmittelintoleranz leiden hauptsächlich an Verdauungsbeschwerden wie Bauchkrämpfen und Blähungen, Sodbrennen, Völlegefühl und Durchfall. Auch Abgeschlagenheit, Hautausschläge, Kopfschmerzen und Schwindel können auftreten. Die Stärke der Symptome hängt mit der gegessenen Menge zusammen. Oftmals treten die Symptome kurz nach dem Verzehr auf, manchmal aber auch erst Stunden oder gar Tage später.

Zöliakiebetroffene leiden oft an einem Nährstoffmangel, da diese nur noch schlecht aufgenommen werden und unverdaut im Darm bleiben. Darauf reagiert der Körper mit typischen Beschwerden wie Appetitlosigkeit, Durchfall, Müdigkeit, Gewichtsverlust und Wassereinlagerungen (Eiweißmangelödeme). Darüber hinaus können auch Blutarmut, Vitaminmangel, Osteoporose, Gelenk- und Hautbeschwerden sowie Depressionen vorkommen.

Histaminintolerante Personen reagieren mit Symptomen wie Atembeschwerden, Blutdruckabfall, Schwindel, Kopfschmerzen und Migräne sowie akutem Durchfall, Hautrötungen oder Juckreiz.

Bei Laktoseintoleranz wird der Milchzucker nicht richtig abgebaut und stattdessen im Darm von den Darmbakterien zerlegt. Die dadurch entstehenden Gase rufen Beschwerden wie Blähungen, Bauchschmerzen und Durchfall hervor.

Bei einer Lebensmittelallergie treten innerhalb weniger Minuten typische Symptome auf. Dazu gehören:

  • Juckreiz oder Schwellungen im Mund-Rachen-Raum
  • Kurzatmigkeit
  • Laufende Nase
  • Juckende oder schmerzende Augen
  • Gerötete, juckende oder geschwollene Haut
  • Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen oder akuter Durchfall
  • Atemnot
  • Ohnmacht
  • Allergischer Schock

Achtung, der anaphylaktische Schock!

Ein anaphylaktischer Schock ist die maximale allergische Reaktion und muss umgehend akutmedizinisch versorgt werden. Er umfasst den gesamten Körper und kann ohne medizinische Maßnahmen tödlich verlaufen. Rufen Sie den Notarzt bereits bei den ersten Anzeichen wie Juckreiz, Taubheitsgefühl im Rachenraum und auf der Zunge. Fuß- und Handflächen jucken, die Haut rötet sich, Schwellungen und Quaddeln entstehen. Hinzu kommen Verdauungsbeschwerden und Kopfschmerzen. Atemnot bis hin zum Atemstillstand können die Folgen sein. Der Herzschlag verändert sich und die Betroffenen können das Bewusstsein verlieren.

Tipps und Hilfe bei Lebensmittelallergie und -unverträglichkeit

Sie haben das Gefühl, dass Sie an einer Lebensmittelunverträglichkeit leiden? Dann führen Sie ein Ernährungstagebuch. Verwenden Sie für jeden Tag eine einzelne Seite und notieren Sie hier alles, wann und was Sie gegessen und getrunken haben. Schreiben Sie die Beschwerden auf, und wann Sie sie bekommen haben. Tragen Sie ebenfalls die Begleitumstände, wie zum Beispiel Medikamenteneinnahme, Stress oder die Periode ein.

Mithilfe des Ernährungstagebuchs können die Zusammenhänge zwischen den Lebensmitteln und Ihren Beschwerden erkannt werden. Zusammen mit Ihrem Arzt können Sie Ihre Notizen besprechen und eine Diagnose erstellen lassen.

Der Darm spielt eine große Rolle für unsere Gesundheit, denn hier befinden sich 80 % des Immunsystems. Eine unnatürliche Lebensweise kann allergische Reaktionen auslösen und das Immunsystem derart überreagieren lassen, dass selbst gesunde Lebensmittel als Gefahr betrachtet werden.

Fast Food und Antibiotika – egal ob im Fleisch, Wasser oder als Medikament – können das empfindliche Gleichgewicht des Darms stören. Entstehen dadurch Entzündungen, steigt das Risiko einer Allergie. Die Entstehung einer Lebensmittelallergie kann zwar nicht zwingend vermieden werden. Mit ein paar Tipps können Sie jedoch Ihr Risiko dafür senken:

  • Halten Sie Ihre Hygiene im Griff. Hygiene ist wichtig. Aber übertreiben Sie es nicht. Denn zu viel Hygiene kann Menschen, die noch an keiner Allergie leiden, empfänglich dafür machen.
  • Reduzieren Sie die Schadstoffbelastung. Bringen Sie Ihre Darmflora wieder in Balance. Dadurch unterstützen Sie Ihren Körper, sich von den Belastungen zu befreien, die zur Überreaktion führten.
  • Reduzieren Sie Fertiggerichte. Die enthaltenen Lebensmittelzusätze können Allergien auslösen. Kochen Sie daher am besten täglich frisch: viele frische, unverarbeitete Lebensmittel, vorzugsweise regional, saisonal und Bio-Qualität.
  • Verabschieden Sie sich von unnötigem Stress. Bieten Sie Ihrem Körper die Möglichkeit, Toxine und alten Ballast loszuwerden. Weniger Stress bedeutet für Ihren Körper, dass er sich erholen und „auftanken“ kann. Bewegung ist dabei eine gute Methode, Stress abzubauen. Auch eine Meditation oder ein entspannendes Bad können guttun.
  • Bewegen Sie sich genug. Bewegung fördert den Stressabbau. Sanfte Bewegungen und leichtes Training sind dabei optimal, um das Immunsystem dabei nicht zu überfordern.
  • Trinken Sie ausreichend. Am besten stilles Wasser oder Kräutertees (Allergiker sollten bei der Wahl des Tees auf die Inhaltsstoffe achten!)
  • Vermeiden Sie Industriezucker. Ersetzen Sie ihn durch Ahornsirup, Honig oder Alternativen wie Stevia oder Erythrit.
  • Achten Sie auf Ihren Säure-Basen-Haushalt. Setzen Sie viel Gemüse, Kräuter und/oder Obst auf Ihren Speiseplan. Die darin enthaltenen Vitalstoffe sind basenbindend und sind ideale Gegenspieler zur säurebildenden, eiweißreichen Kost.
  • Bevorzugen Sie Vollkornprodukte. Sie enthalten für den Dickdarm wichtige Ballaststoffe.
  • Probiotika und Präbiotika für den Darm. Neben Probiotika, das sind lebende Mikroorganismen, die zum Beispiel im Kefir vorkommen, gibt es auch Präbiotika. Sie sind ein regelrechtes Lieblingsessen für Ihre guten Darmbakterien. Ergänzen Sie daher den Speiseplan mit inulinreichen Lebensmitteln wie etwa Chicorée, Artischocken, Zwiebeln und Porree.
  • Setzen Sie auf Superfoods. Bauen Sie Superfoods in Ihre Ernährung ein. Nahrungsergänzungsmittel sind dabei eine gute Möglichkeit. Achten Sie dabei unbedingt auf 100 % natürliche Inhaltsstoffe!

 

 

Lebensmittelallergien und -unverträglichkeiten

Sie sind nicht gleich und haben doch eines gemeinsam: Der Körper wehrt sich gegen das Essen. Bei einer Allergie wird dies durch eine Immunreaktion hervorgerufen, bei einer Unverträglichkeit aufgrund einer eingeschränkten Darmfunktion.

In beiden Fällen ist eine ausgewogene Ernährung wichtig und hilfreich, denn viele Probleme entstehen im Darm – 80 % unseres Immunsystems sitzen hier. Unterstützen Sie Ihre Darmgesundheit mit Superfoods und einem ausgeglichenen Säure-Basen-Haushalt.

 

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